Menschenrechts-
verletzungen

Verfechter der Menschenrechte sind der Meinung, dass die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte sechzig Jahre nach ihrer Herausgabe nach wie vor mehr ein Traum als Wirklichkeit ist. Es gibt Verstöße in allen Teilen der Welt. Zum Beispiel wird im Weltbericht 2009 von Amnesty International und in anderen Quellen gezeigt, dass Individuen:

  • in mindestens 81 Ländern gefoltert oder misshandelt werden
  • in mindestens 54 Ländern ungerechten Gerichtsverfahren ausgesetzt sind
  • in mindestens 77 Ländern in ihrer freien Meinungsäußerung eingeschränkt sind

Nicht nur das, sondern besonders Frauen und Kinder werden auf vielfältige Weise ins Abseits gedrängt, die Presse ist in vielen Ländern nicht frei, und Andersdenkende werden zum Schweigen gebracht, allzu oft für immer. Während in sechs Jahrzehnten einiges erreicht wurde, wird die heutige Welt immer noch durch Verstöße gegen die Menschenrechte gequält.

Um Ihnen zu helfen, sich über die wahre Situation auf der ganzen Welt zu informieren, finden Sie in diesem Abschnitt Beispiele für Verletzungen von sechs Artikeln der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (Universal Declaration of Human Rights – UDHR):

ARTIKEL 3 – DAS RECHT, FREI ZU LEBEN

„Jeder Mensch hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person.“

Schätzungsweise 6.500 Menschen wurden 2007 bei bewaffneten Konflikten in Afghanistan getötet – fast die Hälfte davon waren nicht am Kampf beteiligte Zivilisten, die den Tod durch die Hände Aufständischer fanden. Hunderte von Zivilisten wurden außerdem durch Selbstmordattentate bewaffneter Gruppen getötet.

In Brasilien tötete die Polizei 2007 offiziellen Zahlen zufolge mindestens 1.260 Personen – die bislang höchste Zahl. Alle Vorfälle wurden offiziell als „Widerstandshandlungen“ bezeichnet und keiner oder kaum einer Untersuchung unterzogen.

In Uganda sterben jede Woche 1.500 Menschen in den Lagern für Binnenflüchtlinge. Gemäß der Weltgesundheitsorganisation sind in diesen Lagern 500.000 Menschen gestorben.

Vietnamesische Behörden brachten mindestens 75.000 Drogenabhängige und Prostituierte zwangsweise in 71 überbevölkerte „Entzugs“-Lager und bezeichneten die Inhaftierten als „hohes Ansteckungsrisiko“ für HIV/AIDS, ließen ihnen aber keine Behandlung zukommen.